Verpflichtende Endrohrmessung bei der AU an Diesel- und Benzin-Fahrzeugen aller Klassen

[07.12.2017] 

Ab 01. Januar 2018 greift die Novellierung der AU-Richtlinie.

Die bereits für das erste Halbjahr 2017 angekündigte Wiedereinführung einer verpflichtenden Endrohrmessung bei der Abgasuntersuchung hat noch vor dem Ende der Legislaturperiode das Gesetzgebungsverfahren passiert und wurde am 20. September 2017 im Verkehrsblatt (Nr.158/2017) veröffentlicht.

Nun sind die Rahmenbedingungen bezüglich der hierfür notwendigen Anpassung der in den AU-Betrieben vorhandenen Prüfgeräte (Geräteleitfaden vom 16.10.2017) definiert und der Fahrplan für die nächsten Jahre wurde wie folgt festgelegt:

 

  • Funktionsprüfung Abgas (Endrohrmessung) verpflichtend für alle AU-pflichtigen Kfz ab 01.01.2018
  • Sollwertanpassung für alle Kfz mit Emissionsklassen Euro 6/IV ab 01.01.2019

  • Partikelzahlmessung statt Trübungsmessung für Dieselfahrzeuge ab 01.01.2021

Um obige Änderungen umsetzen zu können, müssen Abgasgeräte mit Leitfaden 5 in den nächsten Wochen auf die Softwareversion 5.01 hochgerüstet werden.

Entsprechend unseren Recherchen bewegen sich die Kosten hierfür in einem Rahmen von 0 EUR (bei bestehenden Softwareupdateverträgen) bis zu knapp 500 EUR. Zudem werden lt. uns vorliegende Daten ca. 40 % der zurzeit eingesetzten AU-Geräte für das neue Prüfverfahren (Sollwertanpassung ab 01.01.2019) nicht mehr zulässig.

Bitte beauftragen Sie hierzu kurzfristig Ihren Geräteanbieter schriftlich, um den Erhalt Ihrer AU-Anerkennung im bestehenden Umfang zu sichern. Lassen Sie sich bitte gleichzeitig von Ihrem Gerätehersteller beraten, ob Ihr aktuelles Gerät die weiteren Anforderungen ab 01.01.2019 erfüllt.

Da der Softwarestand 5.01 erst ab 01.01.2018 auf dem AU-Nachweis dargestellt wird, bitten wir ab 01.01. um schnellstmögliche Einreichung einer Kopie eines dann aktuellen AU-Nachweises (Testausdruck) mit Aufdruck des Softwarestands.

Sollten Sie keinen Nachweis über die neu installierte Software 5.01 einreichen, muss die Kfz-Innung als hoheitliche Anerkennungsstelle die bisherige AU-Anerkennung der AU-Werkstatt auf die Fahrzeuge bis Zulassungsdatum 31.12.2005 mittels Änderungsbescheid beschränken.

Eine Hochrüstung für Geräte mit Leitfaden 4 ist nicht möglich, da dort die Sollwertanpassung zum Jahreswechsel 2018/19 nicht darstellbar ist.

AU-Geräte mit Leitfaden 4 oder Leitfaden 5 berechtigen somit ab 01.01.2018 nur noch zur Durchführung von Abgasuntersuchungen an Kraftfahrzeugen mit einer Erstzulassung bis 31.12.2005.

Eine Vorlage für die Rückmeldung Ihrer Statusmeldung finden Sie hier.

Update zur Übergangsregelung

Von Seiten des BMVI wird noch in diesem Jahr über die Verkehrsblatt-Verlautbarung Nr. 194 vom 08.12.2017 in Heft 24/2017 eine "Übergangsregelung für die Anwendung des Leitfadens zur Begutachtung der Bedienerführung von Messgeräten zur Abgasuntersuchung (AU)" bekannt gegeben.

Übergangsregelung

Mit einer Übergangsfrist bis zum 31.12.2018 ist für Anwender bei denen die Voraussetzung für die Anwendung des Leitfadens zur Begutachtung der Bedienerführung von AU-Messgeräten in der Version 5 Revision 01 nicht termingerecht bis zum 31.12.2017 geschaffen werden konnte, die Anwendung der

  • Version 4 weiterhin auch für Fahrzeuge mit einer Erstzulassung ab dem 01.01.2006 bis einschließlich der Stufe Euro 5/V und
  • Version 5 weiterhin auch für Fahrzeuge mit einer Erstzulassung ab dem 01.01.2006 einschließlich der Stufe Euro 6/VI zulässig.

Es ist zu beachten, dass die Funktionsprüfung Abgas ab dem 01.01.2018 verpflichtend durchzuführen ist. Da dies bei den Versionen 4 und 5 nicht zwangsläufig bedienergeführt stattfindet, ist innerhalb der Übergangsfrist die manuelle Einleitung dieser Prüfung zulässig.

Sofern AU-Betriebe eine fristgerechte Aufrüstung ihrer AU-Messgeräte auf die neue Bedienerführung (Software-Version 5.01) bis zum 31.12.2017 nicht abgeschlossen haben, dürfen diese AU-Betriebe übergangsweise bis zum 31.12.2018 auch mit den Versionen 4 und 5 Abgasuntersuchungen durchführen.

Der Verordnungsgeber hat zur weiteren Vorgehensweise "manuelle Einleitung einer Endrohrmessung" keine näheren Angaben gemacht. Aus praktischer Sicht kommt folgende Vorgehensweise in Betracht, um in den entsprechenden OBD-Prüfabläufen (Otto, Diesel) vom AU-Prüfer eine "Endrohrmessung" manuell neben der Funktionsprüfung "OBD" einzuleiten:

  • Das anzugebene Erstzulassungsdatum wird zunächst bei der Erfassung der spezifischen Fahrzeugdaten im Rahmen des jeweiligen OBD-Prüfablaufs vom AU-Prüfer auf "31.12.2005" gesetzt. Dadurch wird eine AU-Durchführung zwingend immer aus einer Funktionsprüfung "Abgas" und einer Funktionsprüfung "OBD" bestehen.

  • Ergänzend ist vom AU-Prüfer im Feld "Bemerkungen" das korrekte Erstzulassungsdatum des geprüften Kraftfahrzeugs (Otto, Diesel) manuell über den Hinweis "Endrohrmessung eingeleitet; Erstzulassung: XX.XX.20XX" zu erfassen.

Mit dieser Vorgehensweise wird nicht in das OBD-System des Kraftfahrzeugs "eingegriffen", aber dennoch eine verpflichtende "Endrohrmessung" manuell in den entsprechenden OBD-Prüfabläufen (Otto, Diesel) vom AU-Prüfer eingeleitet und somit im Sinne der neuen gesetzlichen Vorgaben übergangsweise bis zum 31.12.2018 durchgeführt und gleichzeitig anhand des AU-Nachweises des anerkannten AU-Betriebs dokumentiert.

Letzte Änderung: 21.12.2017Webcode: 0002420